Die ersten 25 Jahre

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Anfangs 1962 besass Curling im Wallis darum schon eine gewisse Popularität, weil Zermatt mit dem Quartett von bestandenen Herren wie Alfons Biner, Hermann Truffer, Charly Bayard und Theo Welschen ein Quartett besass, das zu wiederholten Malen Schweizer Meister wurde. Open-air, versteht sich, etwas anderes gab es damals noch nicht. Die ersten Hallen waren erst im Entstehen.

So auch in Muri bei Bern, wo ein Ingenieur, beraten vom Bauleiter der Visper Kunsteisbahn, Alfred Ludi, eine kleine private Anlage erstellt hatte. Als Dank für diese Hilfe lud er den Visper zusammen mit drei Kameraden zu einem Lehrgang für Anfänger ein. Diese verbanden diesen mit dem Besuch des Meisterschaftspiels SCB - Visp, damals der Schlager im Schweizer Eishockey, der die KaWeDe immer wieder bis zum letzten der 8700 Plätze zu füllen vermochte. Es war das Jahr, als Visp Heim- und Auswärtsspiel verlor und... dennoch überlegen Schweizer Meister wurde.

Alfred Ludi, Robert Anderhub, Otto Kalbermatten und Josef Salzmann waren von der «Lektion» derart begeistert, dass sie auf der Rückreise beschlossen, in Visp einen solchen Club zu gründen.

Am 15. März 1962 unterzeichneten im Saal des Hotels Touring folgende 14 Curlingbegeisterte das Gründungsdokument, das in dieser Schrift abgebildet ist: Alfred Ludi (l. Präsident), Alex Bodenmüller, Josef Kuonen, Robert Anderhub, Pius Irnesch, Josef-Marie de Kalbermatten, Josef Salzmann, nicht leserlich, Viktor Zerzuben, Robert Lehmann, Carlo Gsponer, Otto Kalbermatten, Beat Lehner und Raphael Zuber.

Am 25. Oktober traten die Statuten in Kraft. Der Club erhielt Gastrecht auf der Kunsteisbahn Visp.

Den ersten Unterricht erteilte den Vispern der Zermatter Hotelier Dr. Walter Zimmermann. Bereits in der ersten Saison muss es oft recht forsch zu und her gegangen sein, denn Präsident Ludi schrieb in seinem ersten Jah- resbericht:

«Wenn vielleicht hie und da eine kleine Leidenschaft aufflackerte, und wir uns ereifern und rivalisieren, so müssen wir uns immer wieder besinnen, dass es nur Sport und Spiel ist und darum bleiben nur die schönen Erinnerungen zurück.» Wenn der CC Visp heute so dasteht, so wahrscheinlich nicht zuletzt, weil er sich in all den Jahren stets wieder auf diese Devise besonnen hat.

Föhneinbrüche, Regen oder gar Kälte (bis 20°) hatten zur Folge, dass der Spielbetrieb sich in den ersten Jahren oft recht unregelmässig gestaltete. Zum Jahresbeitrag wurden pro Mitglied und Spieltag 50 Rp. zusätzlich für die Herrichtung des Eises einkassiert. Eismeister war schon damals Roby Anderhub.

Ende August 1963 erfolgte der Beitritt zum Schweiz. Curling-Verband. 1964 besuchte Präsident Ludi erstmals einen Skipkurs in Adelboden und versah damit auch noch das Amt des technischen Leiters. Im gleichen Jahr startete man eine Werbeaktion, indem unmittelbar vor einem Meisterschaftsspiel der NLA vor über 4000 Zuschauern die Zermatter Schweizer Meister eine Demonstration ihres Könnens gaben. Damit man gegen aussen einheitlich auftreten konnte, wurden ein Clubabzeichen und gleichzeitig ein dunkelblauer Pullover angeschafft.

Die bisherigen Mittel, Eisreinigung mittels eines Traktors, reichten natürlich nicht zur Bereitung eines guten Curlingeises.

Als dann beim EHC die Anschaffung einer ROLBA-Eismaschine in Erwägung gezogen wurde, beteiligte sich der Curling-Club an den Gestehungskosten von über Fr. 100 000.- spontan mit Fr. 13 000.-. Pro Abend kam jetzt die Benützung der Eisbahn auf Fr. 50.- zu stehen.

1966 war ein neuer Schrank für die Steine fällig, man machte sich aber bereits Gedanken über clubeigene Steine.

1968 organisierte man die erste Oberwalliser Meisterschaft. Der Sonntag wurde jetzt als Spieltag zugunsten eines zweiten Wochentages fallengelassen.

1969 sprach man erstmals von einer Überdeckung der Eisbahn und deren Finanzierung. Es wurde auch beschlossen, Jugendlichen keine Eintrittsgebühr zu verlangen. Die Saison 1970/71 war eine überaus ergiebige für den Club. An nicht weniger als 34 Abenden konnte gespielt werden, und die Mitgliederzahl stieg von 38 auf 50. Unter den Neumitgliedern befanden sich ein halbes Dutzend Damen, unter denen die nun schon seit 17 Jahren amtierende Sekretärin Nina Schneller als erste das Tabu des Männerclubs durchbrach. Ehefrauen von Clubmitgliedern wurde die Aufnahmegebühr erlassen. Erstmals spielten auch Junioren mit, die die Unverfrorenheit hatten, gleich die Clubrneisterschaft zu gewinnen. Studien und Lehren hatten jedoch zu Folge, dass dieser jugendliche Boom leider nur vorübergehend war.

Zu einem ersten sportlichen Höhepunkt in der Clubgeschichte kam es 1972, als das Quartett Oscar Jentsch, Rolf Meyer, Hermann Pfammatter und Gerd Meyer (Skip) sich in Leukerbad den Titel des Walliser Meisters holte.

1972 war das Darlehen (für ROLBA) auf null reduziert. Erstmals konnte bereits im September gespielt werden. In dieser Saison kam es gleich dreimal vor, dass mehr als 40 Spielerinnen und Spieler beim Training anwesend waren und daher die Bahn mehr als ausgebucht war. Mit Gerd Meyer hatte man nun erstmals einen offiziellen technischen Leiter.

1973 wurde die Eishalle von Leukerbad eröffnet, was den Vispern im Herbst dort einige Trainingsabende ermöglichte. Mit Kursen wurde versucht, den Mitgliedern Slyding Delivery beizubringen. Eine Clubjacke (ebenfalls dunkelblau) mit neuen Clubabzeichen wurde angeschafft.

Der Mann, dem das Curling in Visp wohl am meisten verdankt, Fredy Ludi, trat als Präsident zurück und wurde zum ersten Ehrenmitglied ernannt. Sein Nachfolger, Josef Hildbrand, wurde gleichzeitig als Oberwalliser Vertreter in den Kantonalvorstand gewählt.

Die «Visper Kanne» des Jahres 1976 hatte zwei Austragungsorte. Infolge schlechten Wetters zügelte man nämlich nach der ersten Runde nach Leukerbad in den «Schäru».

1978 beschloss man vorerst grundsätzlich eine Beteiligung an der regionalen Eishalle, für die inzwischen das Baugesuch eingegeben worden war. An den Baukosten von 1,3 Mio. Franken sollten sich die Curler mit Fr. 100 000.- beteiligen, was sich bei einer Umfrage als zu hohe Hürde erwies. Die Halle wurde dann trotzdem gebaut.

1979 organisierte man, noch an freier Luft, die Walliser Meisterschaften und gleich noch die Open-air-Ausscheidung für die Westschweizer Meisterschaft.

Die erste Hallensaison (1979/80) brachte für das Curling nicht die erwarteten Impulse. Dagegen wurde die Eisbahnmiete beinahe verdoppelt. Ein Jahr später war die Litterna-Halle Austragungsort der Westschweizer Seniorenmeisterschaften.

1983 wurde der neue Ostanbau als Curlinghalle mit drei Rinks in Betrieb genommen. Bezüglich Eismiete gingen die Vorstellungen des CC Visp und der Hallenverwaltung weit auseinander.

Wieder einmal wurde ein Anlauf zur Mitgliederwerbung unternommen. Als Instruktor für die Anfänger wurde kein Geringerer als Europameister Amédée Biner engagiert.

1985 wurde der Beitrag auf Fr. 200.- erhöht, erstmals eine Herbstmeisterschaft durchgeführt und die Westschweizer Senioren-I-Meisterschaft organisiert. Eine Veranstaltung, die nicht lauter Wonne hinterliess.

1987 kam es zum wohl grössten sportlichen Erfolg des Clubs, als das Team Pius Schmid, Josef Hildbrand, Bruno Zurbriggen und Gerd Meyer (Skip) in Lausanne den Westschweizer Meistertitel bei den Senioren II errang; ein Erfolg, den ein Jahr später auch Nina Schneller für sich beanspruchen konnte, als sie mit dem Stucky-Team aus Siders Westschweizer Damenmeisterin wurde.

Eintönig was das Leben im Curling-Club Visp also nie. Es herrschte stets ein emsiger Betrieb. Es gab, in verschiedener Beziehung, immer wieder Veränderungen und neue Impulse. Diese kamen aber nicht von selber, sondern benötigten immer wieder initiative Leute an verantwortlicher Stelle. Es brauchte vorerst Pioniergeist und viel uneigennützige Fronarbeit, sei es im Vorstand, sei es durch den unverwüstlichen Eismeister. Es brauchte Verständnis von seiten der Litterna-Halle, den Behörden und den Curlingoberen.

Es brauchte aber auch die spannenden Auseinandersetzungen auf dem Eise, die einige zehntausend geschobenen «Bettflaschen», die verbissenen Wischer, die selbst Hausfrauen neidisch werden liessen, die vielen Skips, diese schlauen Taktiker mit dem feinen Gespür, diese «Feldherren» auf dem Eise. Es brauchte aber nicht zuletzt das anschliessende kameradschaftliche Beisammensein, bei dem auch bleibende Freundschaften geschlossen wurden.

Ihnen allen gebührt bei diesem Marschhalt ein ganz herzlicher Dank und die Anerkennung für alles, was sie, sicherlich auch zur eigenen Freude, für das Wohlergehen des CC Visp und für den schönen Curlingsport im allgemeinen geleistet haben.

Wir haben hier nun auf die markantesten Geschehnisse des letzten Vierteljahrhunderts hinweisen können. Doch genügt dies sicher, um feststellen zu können, dass die Visper Curler, Damen und Herren - darunter eine stattliche Zahl Brigerinnen und Briger und auch Rarner, mit Stolz und Befriedigung zurück und hoffnungsvoll in die Zukunft ihres jubilierenden Clubs blicken dürfen.

 
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